Chronik

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Die erste urkundliche Erwähnung findet Katzenelnbogen im Jahr 1095, als ein Edler,  Heinrich I, Vogt des Klosters Bleidenstadt den Bau der Burg Katzenelnbogen beginnt. Bodenfunde bezeugen jedoch, das der hiesige Raum schon wesentlich länger besiedelt war. Auch der etwas seltsame und in Deutschland einmalige Namen „Katzenelnbogen“ war schon älter. Die wohl warscheinlichste Deutung des Namens ist: „Ort an der kleinen Bachkrümmung (Dörsbach)“. Seit dem Jahr 1138 trägt Heinrich II von Katzenelnbogen, Sohn von Heinrich I den Grafentitel. 

Durch geschickte Politik und gute Verbindungen zu den deutschen Kaiserhäusern, sowohl zuerst den Staufern wie später den Habsburgern, wuchs Macht und Wohlstand des Grafengeschlechts. Besonders die Beherrschung des Rheintales als wichtige Schifffahrtsstraße und damit verbundene Zolleinnahmen trugen ihren Teil dazu bei. Am 19. Juli 1312 erhielt Graf Diether VI von Kaiser Heinrich VII in Anerkennung seiner treuen Dienste die Stadtrechte für Katzenelnbogen.

18 Jahre später wurde das günstiger gelegene Darmstadt zur Stadt erhoben und später die ständige Residenz der Grafen. Damit war die Chance für eine Weiterentwicklung Katzenelnbogens dahin. 1816 wurden die Stadtrechte durch die preußische Gemeindereform wieder aberkannt. 1962, zum 650 jährigen Jubiläum der Stadtrechtsverleihung erhielt Katzenelnbogen vom damaligen Ministerpräsidenten Peter Altmeier die Stadtrechte erneut verliehen.

Wie ging es weiter mit den Katzenelnbogener Grafen?

Über 3 Jahrhunderte sind vergangen als 1402 der letzte Katzenelnbogener Graf, Philipp der Ältere geboren wurde. Unter ihm umfasst die Herrschaft Katzenelnbogens 225 Ortschaften, 11 Schlösser und 9 Städte.
Seine beiden Söhne konnten das reiche Erbe nicht fortführen, Eberhard wurde in Brügge ermordet, Philipp der Jüngere starb 1453. Damit erlosch das Geschlecht der Grafen von Katzenelnbogen auf dem Gipfel seines Ansehens mit dem Tode Philipp des Älteren am 14. Juli 1479 und das reiche Erbe fiel an Hessen.

Im Zuge nachfolgender Erbauseinandersetzungen sank die Stammburg Katzenelnbogen 1540 in Schutt und Asche.
1584 erbaut der Edle Hans Endres von der Leyen auf dem Gelände ein herrschaftliches Haus, das alle Wirren, Kriege und Brände der Jahrhunderte überdauert hat und heute zusammen mit dem gotischen Torturm als sicherlich älteste Gebäude das Wahrzeichen Katzenelnbogens ist.

Zahlreiche Kriege und damit verbundene Zerstörungen und Plünderungen, wechselnde Herrschaftsverhältnisse, Krankheiten und Hungersnöte haben die Region um Katzenelnbogen in den folgenden Jahrhunderten stark belastet.
Als Konsequenz dieser Not ist das benachbarte Dorf Niederfischbach im Jahr 1853 komplett nach Amerika ausgewandert.
Erst im 19. Jahrhundert, unter der Herrschaft des Herzogtums Nassau und ab 1866 unter preussischer Verwaltung ging es langsam aufwärts. Die beginnende Industrialisierung, Verbesserung der Infrastruktur, Verwaltung und medizinischer Versorgung brachten auch für Katzenelnbogen eine allmähliche Verbesserung des Lebensstandartes.
Bis zum 2. Weltkrieg war Katzenelnbogen noch sehr stark landwirtschaftlich geprägt. Die Wirtschaftswunderzeit mit massenhaft neuen Arbeitsplätzen brachte den Wandel und auch steigenden Wohlstand.