Besuch in Serres 2016

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Bürger aus der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen besuchten die Freunde in der Partnerstadt Serres

Beim Rafiot Cyclé trug die „Kleine Katze“ aus Serres den Sieg davon

Im 26. Jahr der Partnerschaft besuchten von Mittwoch bis Sonntag die Bürger aus der Stadt Katzenelnbogen und der Gemeinden in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen die Partnerstadt in den Hochalpen, vom Mittelmeer etwa 200 Kilometer entfernt.

Der Austausch findet jährlich im Wechsel statt. Gleich am Donnerstag war ein Ausflug vorbereitet. Salagon, ein 2000 Jahre altes gallo-romanisches  Landgut nahe der Stadt Forcalquier, war das erste Ziel. Das Landgut wurde mehr und mehr erweitert, vom 12. bis 16. Jahrhundert gab es hier ein Kloster der Benediktiner. Heute ist es ein ethnologisches
Museum, welches Objekte aus dem ländlichen Leben in der „Haute-Provence“ birgt. In den Gärten gibt es 1.700 Pflanzenarten, die in fünf thematischen Gärten thematisiert sind. Ein „Lehrbuch unter freiem Himmel“. Nach dem Besuch in der Stadt Forcalquier wartete ein weiterer Höhepunkt.
Die Gäste aus Deutschland konnten zusammen mit ihren französischen Freunden die Manufaktur „L’Occitane en Provence“ nahe der Stadt Manosque besuchen. Das Wort „Fabrik“ kommt Besuchern hier nur schwer über die
Lippen. 1976 gegründet stellt sie in ihren Laboren ausschließlich feine Pflegeprodukte mit ätherischen Ölen und natürlichen Parfums her.Die Gärten rund um die Produktionsstätte sowie das Museum und der Laden mit all den wohlriechenden Artikeln waren ein wunderbares Erlebnis.
Am Freitag versammelten sich um die Mittagszeit die deutschen und französischen Freunde im “Garten von Katzenelnbogen“ zu vielen schönen Gesprächen, einem gemeinsamen Essen und Geselligkeit. Festabend war am Freitag. Feierlich gestaltete sich hier das gemeinsame Singen der Nationalhymnen und der Europahymne. Bernard Mathieu, Bürgermeister der Stadt Serres, freute sich über den zahlreichen Besuch der deutschen Freunde. Er dankte dem Festkomitee und den Gastgebern. „Sie tun das von ganzem Herzen“. Stadtbürgermeister Horst Klöppel überbrachte Grüße aus Katzenelnbogen. Er sprach Probleme in der EU an und appellierte, vor dem Hintergrund der Erinnerungen des 100. Jahrestages des Kampfes in Verdun alles dafür zu tun, dass sich ein solches Ereignis nicht mehr wiederholt und „unsere Kinder und Kindeskinder weiterhin in Frieden und Freiheit in Europa leben können“. „Freundschaft, das ist wie Heimat“, Bürgermeister Harald Gemmer sprach diesen Satz von Kurt Tucholsky. Er sagte weiter, dass bei dieser Freundschaft die Begegnungen der Menschen, die über so viele Jahre sich besuchen und
Freunde geworden sind, einen hohen Wert haben.
Grußworte sprach ebenfalls Hans-Joachim Schaefer, 1. Vorsitzender des Deutsch-Französischen Freundeskreises Katzenelnbogen. „Es gibt keine Alternative zu Europa, wir können als Deutsche und Franzosen nur unseren kleinen Beitrag leisten“, so Hans-Joachim Schaefer.

Alain d‘Heilly, Vorsitzender des französischen Freundeskreises, sagte, dass alle Beteiligten von den Aufenthalten profitieren. Er gab bekannt, dass 25 Jugendliche aus Serres und Umgebung an dem diesjährigen Austausch der beiden Partnerstädte teilnehmen.

Leckeres Festessen und schöne Tanzmusik trugen zu einem kurzweiligen schönen Abend in der festlich geschmückten Halle bei. Mit Spannung erwarteten die Menschen das ganz besondere Vergnügen, die Rafiot Cyclé, die am kochenende  im Freizeitcentrum „Germanette“ in Serres, einer großflächigen Anlage mit einem Natursee, einem Schwimmbad und vielfältigen Freizeiteinrichtungen stattfand. Es ist eine Regatta, die auch dem Umweltschutz gewidmet ist. Es starten kleine Boote auf dem See zu einem Wettbewerb, die in liebevoller Kleinarbeit die Mannschaften, welche sich an der Veranstaltung beteiligen, selbst zusammenbauten. Aus Material, das schon ausrangiert war und für die Wasserfahrzeuge recycelt wird. Viele Stunden verbrachten die Mitglieder  des Freundeskreises damit - mehrere Feuerwehrleute gehören dazu - ein Boot zu bauen und es fahrtüchtig zu machen. Für den Transport musste es auseinandergebaut und im Bus verstaut und in Serres wieder zusammengebaut werden.
Die Frauen kümmerten sich um die Kostüme für Mannschaft und Fan-Club sowie die Dekoration des Bootes und vielfältige eigens hergestellte Fan-Artikel. Die Freunde aus Serres, hier auch besonders die Feuerwehrleute, hatten ebenfalls ein Boot gebaut.
Sie nannten es „Kleine Katze“. Die „Große Katze“ erwarteten sie aus Katzenelnbogen. Der eigentliche Wettkampf der 15 Boote, die sich für den Start angemeldet hatten, fand am Sonntag statt.
Am Samstag durften die beiden Partnerstädte antreten. Die „Katzenelnbogener Löwen“ gaben alles, jedoch die „Kleine Katze“, leicht und wendig, gewann das Rennen.      

Uschi Weidner

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