Einrichmuseum lässt Vergangenheit aufleben

Neu gestaltete Abteilung Landwirtschaft eröffnet – Heimatgeschichte zum Anfassen

Das Einrichmuseum in Katzenelnbogen hat eine neu gestaltete Abteilung Landwirtschaft in der museumseigenen Scheune vorgestellt. Im Rahmen des Herbstmarktes konnten die Besucher Fragen stellen und sich viele Exponate anschauen, die einen Einblick in die Arbeit früherer Tage auf dem Feld und eine Reise in die Vergangenheit anboten.

Untergebracht in einem Bauerngehöft aus dem 18. Jahrhundert, beherbergt das Museum Ausstellungsstücke aus verschiedenen Bereichen der Heimatgeschichte, allen voran aus dem Bergbau, der lange große Bedeutung für die Region hatte und durch den Abbau von Kalk und Kaolin noch hat. Am Herbstmarkt war die Dorfschmiede ein Publikumsmagnet, vor allem bei den kleinen Besuchern. Das Feuer in der Esse brannte, und unter lautem Gehämmere konnte man die faszinierende Transformation des glühenden Eisens in verschiedene Gegenstände verfolgen. Daneben gab es eine Ausstellung historischer Maschinen auf einem Hof.

Heimatmuseum


Wenn auch in der Dorfschmiede die Namen und Funktionen der Werkzeuge bekannt sind, so ist das nicht überall der Fall. Horst Klöppel, Vorsitzender des Museumsvereins Einrich, deutet auf einen flachen Weidenkorb in der landwirtschaftlichen Abteilung. „Wir wussten alle, wozu dieser Korb benutzt wurde“, sagt er. „Aber niemand hatte eine Ahnung, wie der Name war. Ein Blick ins Internet hat das Problem gelöst. Dass ist eine Worfel. Damit wurde beim Getreide durch Hochwerfen, die Spreu vom Weizen getrennt.“

Schmiede Heimatmuseum


Das macht einen Teil der Faszination des Museums aus: Als Besucher entdeckt man Werkzeuge und Geräte, die man vielleicht aus der Kindheit kennt, deren Namen oder Zweck man aber vergessen hat. Hier wird das Wissen aufgefrischt. Und wer zu jung ist, um sich zu erinnern, erhält einen faszinierenden Eindruck in eine Zeit ohne Internet und Smartphones.

Woher kommen diese Exponate? „Viele Stücke werden an uns heran getragen“, erklärt Klöppel. „Wir müssen dann entscheiden, ob so ein Stück zum Museum passt, ob es restauriert werden muss. Das besprechen wir bei unseren 14-tägigen Vereinstreffen.“

Jedes Vereinsmitglied hat sein Spezialgebiet. Gerhard Zorn erklärt einer Besucherin den Zweck des Simmers, ein Hohl- und Trockenmaß zum Messen für Getreide, das an der Scheunenwand hängt. Klöppel demonstriert die Funktionsweise einer Mond- oder Sackwaage an einem Balken. Sogar eine funktionsfähige antike Mausefalle gibt es.

Das Einrichmuseum ist sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Nach vorheriger Anmeldung sind Führungen für Vereine, Schulklassen und Gruppen möglich. Der Museumssaal wird für diverse Gelegenheiten, zum Beispiel Familienfeiern, vermietet.


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