„Unsere Franzosen kommen“ - Bürger aus der Partnerstadt Serres zum Austausch in Katzenelnbogen

  

Im 29. Jahr der Partnerschaft mit der kleinen französischen Stadt Serres in den Hochalpen konnte Stadtbürgermeisterin Petra Popp am Freitag die Gäste in der Stadthalle Katzenelnbogen offiziell willkommen heißen. Von Mittwoch bis Sonntag weilten die Freunde aus Serres in Katzenelnbogen und den umliegenden Gemeinden. Gleich am Donnerstag gab es einen Ganztagesausflug nach Köln mit Stadtführung. Interessant für die Gäste war der Besuch des Domes. Zur Kölner Dreikönigswallfahrt fand zum Zeitpunkt der Besichtigung ein Gottesdienst statt. Das Kölner Senfmuseum, das gegenüberliegende Schokoladenmuseum, ein Picknick im Rheinpark und am Abend das Essen bei´m „Früh am Dom“ beschlossen einen gemeinsamen, schönen Tag, der bei den Gästen großen Anklang fand.

Gruppenfoto vor dem Schokoladenmuseum


„Ein Zeichen, dass die Partnerschaft auch nach 29 Jahren kaum etwas von ihrer Attraktivität verloren hat zeigt sich daran, dass auf beiden Seiten Menschen stehen, die sich schon seit langen Jahren, zum Teil schon von Anfang an, für die Partnerschaft engagieren“, so Petra Popp. Der Austausch findet im Wechsel einmal in Serres und einmal in Katzenelnbogen statt.

Beim Festabend war die Stadthalle weiß-blau. Wunderschöne Dirndelmodelle wetteiferten miteinander, aber auch die Männer gaben mit ihrem Outfit alles.  In diesem Jahr sollte ein zünftiges Oktoberfest gefeiert werden. Auf der Bühne zunächst die Stadtbürgermeisterin, die sich als 2. Vorsitzende des Deutsch-Französischen Freundeskreises seit Jahren dafür einsetzt, die traditionellen Werte, für welche die Partnerschaft schon seit fast 30 Jahren steht, zu bewahren und an die nächste Generation weiterzugeben. „Städtepartnerschaften sind ein Weg, Europa miteinander zu verknüpfen. Der persönliche Kontakt, das Kennenlernen seiner Nachbarn in Europa und ein lebendiges Miteinander sind die kleine Form von dem, was für ganz Europa gelten sollte. Denn Europa sind wir alle“, so Petra Popp. Sie freute sich darüber, dass sie in den letzten Tagen vielfach hörte „unsere Franzosen kommen“, und es ist eine Selbstverständlichkeit, dass sie „bei ihren Deutschen“ wohnen.

Mit dem Zitat des französischen Schriftstellers Antoine de Saint Exupery „Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grundstein für etwas Zukünftiges legen, denn Zukunft kann man bauen“, erinnerte sie an den 1. Vorsitzenden Hans-Joachim Schaefer, der in der Mitte fehlte. „Er war weit mehr als ein Vereinsvorsitzender. Er hat genau diesen Grundstein gelegt“. Hans-Joachim Schaefer hat nicht nur den Verein über viele Jahre geführt, sondern er hat für die Partnerschaft gelebt und immer wieder intensiv und laut dafür geworben. Sie bat die Anwesenden, ihm deshalb auch mit einem Applaus zu danken. 

Oktoberfest in der Stadthalle


Bernard Mathieu, Bürgermeister der Stadt Serres, wandte sich ebenfalls an die Gäste des Abends. Er bedankte sich für den „immer herzlichen und begeisterten Empfang“, bei den Familien, die einladen, ihr Zuhause und ihren Alltag zu teilen. Er dankte auch den Organisatoren, die es immer wieder möglich machen, große Momente des Austauschs und der Entdeckung zu erleben. Er rief dazu auf, die „gemeinsamen Momente voll auszuschöpfen und sich so für die Aufrechterhaltung wichtiger Beziehungen zwischen den beiden Ländern in einer Zeit einsetzen, in der Europa manchmal so schlecht gemacht wird.“ Auch Bernard Mathieu gedachte Hans-Joachim Schaefer und gratulierte Petra Popp zu ihrer Wahl zur Stadtbürgermeisterin.

Grußworte sprach auch Myriam Bottasso, 1. Vorsitzenden des Französischen Freundeskreises. „Jeder von diesen Austauschen macht uns die Freude, wertvolle Momente der Freundschaft und Geselligkeit zu teilen. Das diesjährige ist etwas Besonderes: Petra heißt uns als Stadtbürgermeisterin willkommen und Hans-Joachim Schaefer ist zum ersten Mal nicht unter uns. Ich möchte Ihnen gerne sagen, dass wir unser Bestes geben werden, aber ohne ihn wird es manchmal schwieriger, wir werden ihn immer vermissen.“

Nach dem Abschiedsessen am Samstagabend im benachbarten Holzheim startete der Bus am Sonntag um acht Uhr wieder in Richtung Hochalpen.

Die Freude auf ein Wiedersehen hat schon ein Datum: Vom 23. bis 27. September 2020 wird der offizielle 30. Geburtstag der Partnerschaft in Serres gefeiert. Höhepunkt der Reise ist sicher die Besichtigung von Avignon und der Ausflug in die Camargue.

 

Uschi Weidner


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